Im Todesfall

Ein familiärer Todesfall bedeutet immer einen tiefen Einschnitt im Leben. Die Trauer ist gross, und Handeln fällt schwer. Dennoch sind zeitnah einige Formalitäten zu erledigen, die davon abhängig sind, ob Ihr Angehöriger zu Hause oder im Krankenhaus, einem Pflegeheim oder einer ähnlichen Einrichtung verstorben ist.

Ein Todesfall in der Familie

Sollte Ihr Angehöriger zuhause versterben, ist es wichtig, dass Sie neben weiteren Angehörigen diese Stellen informieren:

  • Benachrichtigen Sie umgehend Ihren Hausarzt. Er stellt den Totenschein aus, der den Todesfall dokumentiert. Kann er eine natürliche Todesursache feststellen, so wird der Totenschein sofort ausgestellt, ist die Todesursache nicht natürlich oder unklar, wird er die zuständigen Behörden benachrichtigen. Wenn Sie selbst erkennen können, dass die Todesursache nicht natürlich ist (eindeutiger Selbstmord, ein kriminelles Delikt), so informieren Sie zusätzlich die Polizei.
  • Setzen Sie sich mit einem Bestattungsinstitut Ihrer Wahl in Verbindung und melden Sie den Todesfall. Im Idealfall haben Sie bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit einem von Ihnen ausgesuchten Bestattungsunternehmen persönlichen Kontakt aufgenommen.
  • Wer sich der Kirche verbunden fühlt oder weiss, dass dies bei dem verstorbenen Angehörigen der Fall war, kann bei einem Todesfall den zuständigen Pfarrer kontaktieren.

In unserem Downloadbereich finden Sie eine kostenlose Checkliste, in der wir Ihnen die ersten wichtigen Schritte nach einem Todesfall aufgelistet haben.

Abschied nehmen bei einem Todesfall in der Familie

Überstürzen Sie nichts und nutzen Sie die Zeit nach dem Arztbesuch bis zum Eintreffen des Bestattungsunternehmens als intensive und wichtige Phase des Abschiednehmens. Früher war es üblich, sich drei Tage von einem Verstorbenen zu verabschieden – ein bedeutendes Ritual, für das der Gesetzgeber heute je nach Kanton 24-48h erlaubt. Allerdings kann beim Ordnungsamt ein Antrag gestellt werden, die Aufbahrungsfrist zu Hause zu verlängern – nach Rücksprache mit dem Bestatter, unter Berücksichtigung der kantonalen Gesetzgebung und der Gemeindereglemente. Dann wird der Verstorbene in das Beerdigungsinstitut gebracht, wo der Bestatter ihn für die Trauerfeierlichkeiten vorbereitet. Der Bestatter kann den Verstorbenen ebenfalls aufbahren. So haben Sie die Möglichkeit, sich noch einmal zu verabschieden. Ob eine solche Aufbahrung möglich ist, hängt von Ihrem Bestatter ab.

Familiärer Todesfall im Krankenhaus

Tritt der Todesfall im Krankenhaus oder auch in einem Senioren- oder Pflegeheim ein, übernimmt die Institution die Benachrichtigung eines Arztes, der die Todesbescheinigung, auch Totenschein genannt, ausstellt. Auch dann können Sie als Angehöriger das Bestattungsinstitut auswählen beziehungsweise dem Wunsch des Verstorbenen entsprechen, sollte dieser sich für ein bestimmtes Bestattungsunternehmen ausgesprochen haben.

Todesfall in der Familie offiziell melden

Spätestens am nächsten Werktag sollten Sie den Todesfall durch Vorlage der Todesbescheinigung bei dem Standesamt melden, in dessen Bezirk Ihr Angehöriger verstorben ist. Gleichzeitig beantragen Sie die Sterbeurkunde. Sind Sie nach einem Todesfall im Besitz eines Testaments des Verstorbenen, sind Sie verpflichtet, dies unverzüglich beim Nachlassgericht am Wohnort des Verstorbenen abzugeben.

Todesfall im Ausland

Stirbt ein Schweizer Bürger im Ausland, werden die ausländischen Behörden die Schweizer Vertretung vor Ort informieren. Die Schweizer Botschaft oder das Konsulat meldet den Todesfall der Sektion Konsularischer Schutz beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in Bern. Dieses Amt beauftragt die zuständige Kantonspolizei, den Angehörigen in der Schweiz die Todesnachricht persönlich zu überbringen.
Bei einem Todesfall im Ausland kommt es auch vor, dass die Schweizer Angehörigen davon auf direktem Weg erfahren, z.B. durch Mitreisende oder durch das Krankenhaus. Sich aus der Ferne um die organisatorischen Folgen eines Todesfalls zu kümmern, kann sehr schwierig werden. Man muss Sprachkenntnisse haben und sich im Land zurechtfinden können. Dafür gibt es die Sektion Konsularischer Schutz beim Aussenministerium EDA in Bern. Die Angehörigen können sich für alle Fragen im Zusammenhang mit der Überführung der Leiche oder Urne in die Schweiz oder Bestattung im Ausland an sie wenden. Diese Stelle koordiniert mit den Angehörigen und der Schweizer Vertretung im Ausland alle Massnahmen und stellt auch die erforderlichen Papiere aus.

Adresse:
EDA, Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten
Sektion Konsularischer Schutz
Bundesgasse 32, 3003 Bern
Helpline EDA: +41 (0)800 24 7 365
www.eda.admin.ch

Stirbt ein in der Schweiz wohnhafter Ausländer im Ausland, wird die Botschaft seines Heimatlandes vor Ort verständigt. Das EDA in Bern ist hier nicht zuständig. Konkret, stirbt eine in der Schweiz niedergelassene Italienerin im Ausland, so kümmert sich die italienische Botschaft vor Ort um alles. Angehörige wenden sich am besten direkt an ihre Botschaft oder ihr Konsulat in der Schweiz, sofern sie nicht bereits von dieser Stelle kontaktiert worden sind. Angehörige können die Urne mit der Asche des Verstorbenen problemlos selber in die Schweiz bringen. Hierfür braucht es keine speziellen Transporte. Die Überführung der Leiche in die Schweiz hingegen ist aufwendiger. Es braucht einen speziellen Zinksarg, und die Leiche muss auch einbalsamiert sein. Dies hat eher hohe Kosten (über Fr. 10’000.-) zur Folge.